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Die 8 häufigsten Fehler beim Pferdekauf

Die 8 häufigsten Fehler beim Pferdekauf

 

Ein Pferd zu kaufen, ist ein schöner und aufregender Prozess. Im besten Fall entscheidet man sich beim Kauf eines Pferdes für einen Freund fürs Leben, bei dem die Chemie von Anfang an stimmt. Leider übersehen einige Käufer aufgrund der Aufregung ein Pferd in die Familie aufzunehmen einige wichtige Punkte, die beim Pferdekauf beachtet werden sollten.

Schützen Sie sich selbst vor Sorgen und Nöten und lernen Sie aus den 8 Pferdekauf-Fehlern, die wir für Sie zusammengestellt haben.

 

1. Die eigenen Bedürfnisse nicht kennen

 

Frau führt Pferd an Halfter und StrickDer Entschluss steht fest: Ein neues Pferd soll einziehen und Teil der Familie werden. Aber was für ein Pferd soll es sein? Die Auswahl bei über 200 Pferderassen, verschiedensten Farben und Ausbildungsmöglichkeiten ist schier unüberblickbar. Welches Pferd zu mir passt, hängt stark davon ab, welche Anforderungen ich an mein Pferd habe. Einer der wohl unnötigsten Fehler beim Pferdekauf ist, sich diesen Anforderungen nicht bewusst zu sein. Vorm Pferdekauf sollte sich jeder bewusst machen, was für ein Pferd man überhaupt möchte. Folgende zwei Fragen sollten vor dem Pferdekauf gründlich durchdacht werden:

  1. Was möchte ich mit meinem Pferd machen?

Wenn ich häufig Ausritte machen möchte, keine Turnierambitionen habe und einfach einen Freizeitkumpel für den ein oder anderen Wanderritt brauche, ist der S-Dressur-fertige Holsteiner Hengst vielleicht die falsche Wahl für mich. Wenn ich allerdings auf dem ein oder anderen Springturnier starten möchte, werde ich wahrscheinlich nicht mit dem 25-jährigen Tinker zusammenfinden.  Die eigenen Bedürfnisse zu kennen ist hier ein absolutes Muss.

  1. Welche Fähigkeiten habe ich?

Auch dies sollte man sich vor dem Pferdekauf bewusst machen. Habe ich genug Reiterfahrung, um vielleicht sogar ein Pferd selbst auszubilden? Oder stehe ich noch am Anfang meiner Reitausbildung? Zwar sollte man in der Pferdewelt nie Aussagen verallgemeinern, aber allgemein passt der Spruch, den meine Reitlehrerin früher immer zu mir sagte: „Junge Reiter, altes Pferd. Alte Reiter, junges Pferd.“  Diese Weisheit spielt dabei weniger auf das tatsächliche Alter der Menschen, als auf die Reiterfahrung dieser an.  Wenn ich noch unsicher im Reiten bin, brauche ich vielleicht ein erfahrenes, gut ausgebildetes Pferd, das mir den ein oder anderen Fehler verzeiht. Wenn ich genug Erfahrung habe, ist aber vielleicht auch ein Jungpferd etwas für mich. Eine richtige und ehrliche Selbsteinschätzung ist hier hilfreich.

 

2. Kauf, ohne das Pferd angesehen zu haben

 

Jeder, der sich schon einmal für den Kauf eines Pferdes interessiert hat, wird es kennen: Man scrollt durch die Internet-Pferdebörsen, sieht ein schönes Foto von einem Pferd und denkt: Der ist es! Aber auch wenn das Internet eine gute Möglichkeit bietet, das zu einem passende Pferd zu finden, sollte man nie auf einen persönlichen Besuch beim Pferd verzichten!

Beim persönlichen Ansehen kann man gleich mehrere Dinge überprüfen: Stimmt die Chemie zwischen mir und dem Pferd? Wer bietet mir dieses Pferd überhaupt an? Scheint der Anbieter vertrauenswürdig zu sein? Wie bewegt sich das Pferd? Ein Besuch beim Pferd ist unverzichtbar und sollte immer vor dem Kauf vorgenommen werden, egal wie sehr man der Überzeugung ist, dass dieses Pferd zu einem passt.

 

3. Kein Probereiten

 

Pferd und Reiter auf DressurturnierDieser Fehler beim Pferdekauf hängt stark mit dem zuvor besprochenen Punkt zusammen. Genau, wie man auf keinen Fall auf einen Besuch beim Pferd verzichten sollte, sollte man auch einen Proberitt auf dem vielleicht zukünftigen Pferd wagen. Denn egal, was für ein gutes Gefühl man vom Boden aus hat, im Sattel ist es immer nochmal anders. Lassen Sie sich deshalb nie das Pferd nur vorreiten. Schwingen Sie sich selbst in den Sattel und überprüfen Sie so, ob Sie und das Pferd ein gutes Team werden könnten.

 

4. Keine Ankaufsuntersuchung

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Das gilt auch beim Pferdekauf. Auch wenn der Händler, Züchter oder die Privatperson, von dem Sie Ihr Pferd erhalten, vertrauenswürdig scheint, eine Ankaufsuntersuchung sollte ein „Muss“ beim Pferdekauf sein.  Schließlich kann auch der Verkäufer nicht in Ihr Pferd hineingucken und vielleicht vorhandene Krankheiten nicht auf den ersten Blick erkennen. Insbesondere, wenn Sie sportliche Ambitionen haben, sollten Sie deshalb nie auf eine Ankaufsuntersuchung verzichten. Aber auch Freizeitreiter sollten sich überlegen, ob sie vor dem Kauf einen Tierarzt über das Pferd gucken lassen wollen.

Natürlich kann ein Pferd jederzeit erkranken und eine Ankaufsuntersuchung schützt nicht vor sich später entwickelnde Krankheiten. Aber Sie schützen davor, ein bereits krankes Pferd zu kaufen.  Für Verletzungen, die sich Ihr Pferd nach dem Kauf zuziehen könnte, kann zum Beispiel eine Pferde OP Versicherung abgeschlossen werden. Informieren Sie sich dazu gerne bei uns!

 

5. Fokus aufs Aussehen setzen

 

„Ein gutes Pferd hat keine Farbe.“

Wie oft, hört man vor dem Kauf den Satz: „Ich suche nach einem Schimmel.“ Den Fokus stark auf die Farbe oder das Aussehen des Pferdes zu setzen, ist ein Fehler, den vor allem Erstkäufer immer wieder machen. Dabei muss man sich immer wieder in Erinnerung rufen: Die Farbe eines Pferdes sagt rein gar nichts über den Charakter, die Fähigkeiten und die Stärken eines Pferdes aus. Wenn Sie sich vor dem Kauf zu sehr auf eine Farbe oder ein bestimmtes Aussehen versteifen, übersehen Sie vielleicht die perfekte Gelegenheit für sich. So laufen Sie durch die Ställe auf der Suche nach einem Falben mit üppigen Langhaar und übersehen den Braunen mit geschnittener Mähne, der Sie aber zum nächsten Turniersieg getragen hätte oder vom Charakter perfekt zu Ihnen gepasst hätte. Legen Sie deshalb keinen zu großen Fokus auf das Aussehen des Pferdes.

 

6. Kauf von nicht vertrauenswürdigen Anbietern

 

Kaufen Sie nie von Anbietern, die Ihnen nicht vertrauenswürdig erscheinen und informieren Sie sich über die Anbieter. Leider gibt es auch beim Pferdekauf immer wieder schwarze Schafe unter den Verkäufern. Es kann helfen sich professionelle Hilfe beim Pferdekauf zu suchen. Menschen mit einem großen Netzwerk und viel KnowHow zum Pferdekauf können Sie vor Händlern schützen, die nicht auf Ihre Bedürfnisse eingehen.

 

7. Keine (professionelle) Hilfe beim Kauf

 

Punkt 6 hat es bereits angedeutet: Sich keine Hilfe beim Pferdekauf zu suchen, ist ein Fehler, den viele Käufer machen. Auch wenn der Gedanke, ganz alleine entscheiden zu wollen, verständlich ist, hilft gerade professionelle Hilfe, die typischen Fehler beim Pferdekauf zu vermeiden. Mit einem Trainer oder einem Tierarzt an der Seite vermindern Sie das Risiko, ein Pferd zu kaufen, das nicht zu Ihnen passt. Bedenken Sie: Sie sind beim Pferdekauf emotional sehr involviert und haben vielleicht die rosarote Brille auf – eine Person, der Sie vertrauen, kann Ihnen helfen diese rosarote Brille in den wichtigen Momenten abzunehmen.

 

8. Suche nach dem „perfekten“ Pferd

Natürlich sollten Sie darauf achten, dass das Pferd, das Sie kaufen zu Ihren Bedürfnissen passt. Manche Käufer neigen dann aber dazu, das „perfekte“ Pferd zu suchen. Denken Sie daran: Pferde sind genauso unperfekte Lebewesen, wie wir Menschen auch. Natürlich sollten Sie bei großen Unstimmigkeiten auf den Kauf eines Pferdes verzichten: Wenn Sie ein Pferd zur Zucht kaufen wollen, ist ein Wallach zum Beispiel die absolut falsche Wahl und über diesen Punkt kann man auch nicht hinwegsehen. Andere Aspekte kann man beim Pferdekauf hingegen schon ausklammern, wenn alles andere stimmt. Sie wollten zum Beispiel eigentlich ein Pferd im Alter zwischen 3 und 10 und das Pferd, das Sie gefunden haben, ist 11 Jahre alt. Ob diese 365 Tage wirklich ein Grund sein sollte, dieses ansonsten perfekt passende Pferd nicht zu kaufen, ist fraglich. Genauso ist wie bereits in Punkt 5 beschrieben die Farbe eines Pferde zunächst einmal nebensächlich. Konzentrieren Sie sich eher auf die wichtigen Aspekte: Ist das Pferd gesund? Passt das Pferd zu meinen Bedürfnissen und Fähigkeiten?

Wenn Sie all diese Fehler beachten und vermeiden, sollte Ihrem Pferdekauf nichts im Wege stehen. Falls Sie zur Finanzierung von Pferden oder Versicherungen Fragen haben, helfen wir von Reiter&Ross ihnen gerne weiter.

Sprechen Sie uns gerne an.

 

Sie haben noch weitere Fragen? Wir beraten Sie gerne!